Mich haben die Steinfliegen (Lat. Plecoptera) als Insektengruppe schon immer sehr interessiert, aber am meisten davon die großen Arten wie zum Beispiel Perla marginata & Dinocras cephalotes.

Die Larven der großen Steinfliegenarten (Bild 13.) leben während Ihrer Entwicklung unter Wasser ca. 3 Jahre, in dieser Zeit häuten sich die Larven bis ca. 20 mal. Genau wie die Larven der Eintagsfliegen ist der Körper der Steinfliegenlarven abgeflacht, hat sechs voll ausgebildete Beine, 2 Paar Flügelscheiden, 2 Antennen aber immer nur 2 Schwanzanhänge die ca. die Hälfte Ihrer Körperlänge betragen, die reine Körperlänge der Larven beträgt bis zu 35mm. Die Larven gibt es vor allem in wenig belasteten, Sauerstoffreichen meist Schnellfließenden Gewässerstrecken, von kleinen Bachläufen im Gebirge bis hin zu mittleren und großen Flüssen im Mittelgebirge und gelten daher als  Bioindikatoren für ein Gewässer. Die Larven leben unter Steinen und Ernähren sich hier meist Räuberisch von Insektenlarven. Die Atmung der Larven erfolgt primär durch Ihre Haut (Hautatmung) und, sekundär durch Ihre Tracheenkiemen, bei Sauerstoffmangel bewegt sich der ganze Körper zur Atmung rhythmisch auf und ab. Die Färbung der Larven geht von hellbraun bis dunkelbraun mit zum Teil heller Musterung. Zum Schlupf zur Geschlechtreifen und Flugfähigen Imago (Mehrzahl Imagines) , klettern die Larven z.B. an Steinen, Pflanzen oder Todholz aus dem Wasser, wo diese dann Ihre Larvenhaut aufbrechen und herausklettern, zurück bleibt die Leere Larvenhülle (Exuvie genannt) (Bild 14.). Die geschlüpften Steinfliegen verweilen jetzt mehr oder weniger lang in der Nähe Ihrer Larvenhülle, um Ihre Flügel auszustrecken und aushärten zu lassen (Bild 15.).

Nach unzähligen Stunden am Wasser, zum Suchen der Larven und der Imago (geschlechtreif und Flugfähig), habe ich viele dieser beiden Entwicklungsstadien der Steinfliegen Fotografiert, so das ich glaube zu Wissen auf was es bei einer Larvenimitation dieser beeindruckenden Insekten am Bindetisch ankommt.

Nach vielen Versuchen am Bindetisch und dem Einsatz der erbundenen Muster im Wasser, bin ich jetzt selbst und auch durch die Ermutigung einiger Freunde die ebenfalls so begeistert von diesen Nymphen sind wie ich, an einem Punkt angelangt wo ich Denke die Steinfliegennymphe passt. Diese Nymphe sieht nicht nur Ihrem Natürlichen Vorbild sehr ähnlich, man kann diese Nymphe auch noch durch die ausgewogene Beschwerung gut Werfen und auch in der Tiefe von einem großen Gumpen oder einer tiefen Rinne erfolgreich anbieten.

Nun wünsche ich allen viel Freude beim Nachbinden dieser Nymphe und eben soviel Erfolg beim anschließenden Einsatz im Wasser.

Mit freundlichen Grüßen


Bernd Geier

Information:

Sollten Sie noch Fragen zum Binden dieser oder auch anderen Fliegen haben, melden Sie sich einfach!


Nun folgen die einzelnen Bindeschritte:


01. Den Wiederhaken andrücken, die Kupferfarbene Tungstenperle mit der kleinen Öffnung voran auf den Haken und bis zum Öhr schieben und den Haken dann einspannen.


02. Sekundekleber auf den Hakenschenkel auftragen und von der Mitte aus nach vorne eine Bleiwicklung aufwinden um dann von der Tungstenperle bis zum Hakenbogen die Grundwicklung aufbringen.


03. Nun binde ich am Hakenbogen als Rücken einen Streifen Scud back nach hinten zeigend ein, forme eine kleine Dubbingkugel am Hakenbogen und binde vorne und hinten ( vom Binder gesehen) je ein braunen Hechelkiel als Schwanzstacheln ein.


04. Als nächsten Schritt binde ich als Rippung einen Kupferdraht ein und mittels UV nice stonefly Dubbing forme ich den hinterleib der Larve schön konisch bis zum vorderen drittel vom Hakenschenkel.


05. Nun klappe ich das Scud back nach vorne und binde es am Ende vom Dubbingkörper ab und schneide den Rest ab, nun Rippe ich den Hinterkörper mit dem Kupferdraht wie das Natürliche Vorbild ca. 7 bis 8mal (Abstand der Rippungen ca. 1 bis 1,5mm) und binde den Draht fest und schneite in knapp ab.


06.Direkt an der Abbindstelle vom Draht, bringe ich etwas UV nice stonefly Dubbing als Tracheenkiemenbüschel auf und daran binde ich als Hintere Flügelpanzer einen Streifen Scud back nach hinten zeigend ein.


07. Nun winde ich den Bindefaden nach vorne bis zum Tungstenkopf und binde an dieser Stelle als Vordere Flügelpanzer einen Streifen Scud back nach vorne zeigend ein.


08.  Jetzt winde ich den Bindefaden wieder zurück bis zum ersten Flügelpanzer, hier binde ich eine braune Emufeder der ich vorher von einer Seite die Fibern entfernt habe ein und forme bis zum Tungstenkopf mit UV Nice stonefly Dubbing die vorderen Tracheenkiemenbüschel.


09. Als nächsten Schritt winde ich die Emufeder in ca. 3 Windungen durch den lockeren Dubbingkörper nach vorne bis zum Tungstenkopf, hier binde ich die Feder oben ab, klappe das nach vorne zeigenden Streifen Scud back nach hinten und binde diesen ca. 2mm hinter dem Kopf nieder und schließe die Fliege mit einem Wip Finish ab.


10. Nun schneide ich in die Flügelpanzer von hinten je einen V hinein und zeichne mit einem schwarzen Filzstift die Konturen nach.


11. Hier sehen Sie drei unterschiedliche Steinfliegennymphen, hell oder dunkelbraun, mit Emufedern oder Rubberlegs als Beinimitationen.


12. Panoramabild von zwei Steinfliegennymphen, einer sitzenden und einer fliegenden Imago.


13. Steinfliegenlarve aus dem unteren Auslauf vom Förchensee.


14. Bild einer leeren Larvenhülle ( Exuvie).


15. Steinfliegen Imago.


Materialliste:

Haken:                                      TMC 2312#6 oder Hayabusa 753-6,

Bindefaden:                               Dynemafaden hellgrau, Moser in der Stärke 10,0,

Kopf:                                        Kupferfarbene Tungstenperle 4,6mm,

Zusätzliche Beschwerung:            Bleidraht 020,

Augen:                                     Fenstermalfarbe schwarz,

Schwanzstacheln:                       Hechelkiele braun,

Dubbing:                                   UV Nice dub Stonefly cream,

Rücken/ Flügelpanzer:                 Scud back braun 5mm,

Rippung:                                   Kupferdraht,

Beinimitationen:                         Emufedern braun oder Round Rubberlegs medium, Tan,

Coloration:                                Eddingstifte- 3000 braun & 404 schwarz.

Schlusswort zum Binden:

Möchte sich jemand näher mit dieser und anderen Insektengruppen befassen, so kann ich aus eigener Erfahrung nachfolgende Literatur und Internetseite empfehlen:

-          Farbatlas Süßwasserfauna Wirbellose, von Karsten Grabow, Verlag Eugen Ulmer Stuttgart.

-          Entomologie für Fliegenfischer, von Walter Reisinger, Ernst Bauernfeind & Erhard Loidl, Verlag Eugen Ulmer Stuttgart.

-          Internetseite: http://de.wikipedia.org/wiki/Steinfliegen#Literatur