Durch ein überraschendes Erlebnis vor vielen Jahren an der Gmundner Traun, bin ich damals auf die Mühlkoppe (Lat. Cottus gobio) aufmerksam geworden und Sie fasziniert mich bis heute, aber lassen Sie mich kurz erzählen.
Während eines Fischerurlaubs mit Freunden an der Gmundner Traun, bin ich einen Morgen schon vor dem Frühstück zum Fischen gegangen und hoffte dabei das die Fische um diese Uhrzeit nicht so misstrauisch reagieren wie in der grellen Sonne. Unterhalb am Steyrermühler Wehr angelangt, sah ich auch gleich drei Äschen im Relativ flachen Wasser stehen. Um es kurz zu machen, ich konnte Glücklicherweise zwei von diesen Äschen mit der Trockenfliege fangen, ich war mit mir und der Welt zufrieden und kurbelte Glücklich meine Schnur ein um wieder in die Pension zu fahren. Kurz bevor ich am Aufstieg zu meinem Auto ankam sah ich auf einmal unweit vom Ufer eine Forelle zwischen den Steinen umherjagen. Ich Kniete mich nieder um das Schauspiel besser zu beobachten und den Fisch nicht zu vergrämen. Ich konnte so mitverfolgen und erkennen das auf einmal ein kleiner dunkler Fisch unter einem kleineren Stein herausflitzte und unter einem größeren Stein verschwand und die Forelle ein Nachsehen hatte.
Seit dieser Zeit drehe ich regelmäßig Steine um und habe dabei schon in einigen Gewässern Mühlkoppen gefunden und Fotografiert, die in Ihre Färbung nicht unterschiedlicher sein konnten.
Nun musste natürlich auch ein Koppenstreamer her, aber alle Muster die ich damals gesehen hatte haben mich Persönlich nie richtig in allen Punkten zufrieden gestellt.
Der Streamer sollte folgende Fähigkeiten haben: Er soll sich trotz seines Volumens sehr gut werfen lassen, er sollte die Fische im klaren Wasser durch seine Optik und Eigenbewegungen zum Anbiss reizen und zum Schluss natürlich mir als Binder gut gefallen.
Nach vielen Stunden am Bindetisch und Erprobungen am Wasser bin ich nun mit meinem Mühl-koppenstreamer zufrieden. Mit diesem Streamer konnte ich in verschiedenen klaren Gewässern einige sehr schöne Forellen überlisten. Im Jahr 2005 nahm ich auch das erste mal bei einem Bindewettbewerb teil, obwohl dieser Streamer ein reines Fischereimuster ist wurde für meinem Mühlkoppenstreamer, von der Jury der Slovenijen Open 2005, in der Kategorie Streamer der 1. Platz vergeben. Aber erst durch die Begeisterung einiger Freunde die mit diesem Streamer genauso viel Erfolg beim Fischen hatten wie ich, habe ich mich zu dieser Bindeanleitung entschlossen.
Nun wünsche ich allen viel Freude beim Nachbinden von meinem Mühlkoppenstreamer und eben soviel Erfolg wie ich und meine Freunde damit beim Fischen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bernd Geier
Nun folgen die einzelnen Bindeschritte:
01. Den Widerhaken andrücken und einspannen, Sekundenkleber auf den Hakenschenkel auftragen und vom Hakenöhr bis zum Bogen eine Grundwicklung aufbringen.
02. Am Hakenbogen binde ich nun ein 20cm langes Stück 0,20 Monofil als Rippung und Fixierung für den Kaninchenstreifen ein.
03. Vom Hakenbogen aus bis ca. der Hälfte vom Hakenschenkel forme ich mittels UV Nice Dubbing Stone Fly creme einen konischen Körper.
04. Direkt am ende vom Dubbing binde ich nun einen ca. 8cm langen braunen Kaninchenstreifen nach hinten gerichtet ein, führe das Monofil vom Hakenbogen nun in drei/ vier Windungen durch die Kaninchenhaare nach vorne und binde das Monofil ab.
05. Nun schneide ich mir nach einander drei kleine Portionen Kaninchenhaare von einem Streifen ab und binde je ein Haarbüschel vorne, oben und hinten als Kragen und als Kiemenimitation binde ich noch orange Chenille ein, mache damit aber nur eine Wicklung um den Hakenschenkel und binde (nach dem ich die Fasern herausgezupft habe) den Zentnerfaden ab.
06. Nun forme ich aus R.M. Artfur /long, Farbe braun den Körper und Kopf der Mühlkoppe, dazu schneite ich aus der Artfurmatte ein Büschel heraus, halte es oben auf den Hakenschenkel und binde es als Flossenimitationen mit den Spitzen nach hinten zeigend ein (beim ersten Haarbüschel: 2/3 der Fibernlänge nach hinten 1/3 nach vorne), das Artfur verhält sich wie Rehaar und dreht sich genauso um den Hakenschenkel.
07. Wie unter Punkt 06 (bei jedem weiteren Haarbüschel: 1/2 der Fibernlänge nach hinten 1/2 nach vorne), binden wir nun ein Harrbüschel nach dem anderen auf dem Haken ein bis wir am Hakenöhr angekommen sind, hier bilden wir den Kopfknoten mit einem Whip Finish oder ein Paar halben Schlägen und schneiten den Faden dann kurz ab.
08a & 8b. Als nächsten Schritt kämmen wir mit einem Klettband die niedergebundenen Haare aus und formen mit der Schere einen schönen der Mühlkoppe ähnlichen Körper.
9a & 9b. Mit einem Braunen Edding jetzt noch die Typischen Quermaserungen aufmalen und zum Schluss mittels transparentem Kraftkleber zwei Augen aufkleben (ich nehme dazu aus Fenstermalfarbe selbst angefertigte orange Augen mit schwarzen Pupillen).
10. Hier sehen Sie zwei meiner Mühlkoppenstreamer auf einem Sandbett sehr Realistisch arrangiert.
Schlusswort zum Fischen:
Ich fische diesen Streamer an der Sinkschnur in der Sinkrate, der Strömung und der Tiefe dem jeweiligen Gewässer angepasst mit sehr kurzem Vorfach!
Materialliste:
Haken: 1 Stück TMC 9394 # 4,
Bindefaden: Dynemafaden hellgrau, R. Moser in der Stärke 5,0
Rippung: 0,20 Monofil
Dubbing: UV Nice dub stonefly cream,
Schwinge: Zonkerstrips brown,
Brustflossen: Zonkerstrips brown,
Kiemen: chenille orange,
Kopf: Artfur Lt. Brown von R. Moser,
Augen: aus Glasmahlfarbe in orange mit schwarzer Pupille in 5mm,
Kleber: Sekundenkleber (Körper) und Transparenter Kraftkleber (Augen).











