Pro und Kontra zum Einsatz von einem Schusskorb,
ich werde immer mal wieder gefragt sag doch bitte mal wieso Du kein Schusskorb zum Fischen benutzt, ich sage dann immer das der Nutzen für mich Persönlich im Gegenteil zu den Vorteilen in keinem Verhältnis steht und ich daher keinen mehr benutze. Aber das sind meine Persönlichen Erfahrungen die ich in vielen Jahre Schusskopffischen am Rhein gesammelt habe. Leider werden von Fischern oder Hersteller meist nur die Vorteile hervorgehoben, meist aber nie die Nachteile die nicht unerheblich sind.
Vorteile bei Schusskörben mit eingebauten Kegeln:
Die Eingestrippte Schnur kann beim Schnurschuss ungehindert herausschießen und verfängt sich nicht an einem Grashalm oder ähnlichem. Wenn man Watet kann die Schussschnur nicht absinken oder von einer Strömung mitgerissen werden. Bei einigen Modellen sind seitliche Einbuchtungen vorhanden, in die man beim Wechseln der Fliege, Schusskopf etc. die Rute einlegen kann und mann somit die Hände frei hat.
Nachteile:
Wenn man tief Watet, muss man die Schnur nach jedem Schnurzug auch noch über den Rand vom Schusskorb heben. Man kann sich die Finger anstoßen, was besonders schmerzhaft ist wenn man kalte Finger hat. Ein Schusskorb ist ein zusätzliches Utensil das mann an sich hängen hat. Diese Körbe sind bei stärkerem Wind sehr Windanfällig. Wird einem plötzlich durch eine größere Welle der Schusskorb gefüllt, kann dies sehr schnell auch mal zu Bedrohlichen Situation führen! Anschaffungspreis zwischen 24€ und 54€ je nach Modell.
Ein lieber Freund von mir sagte mal zu mir dass er durch die Benutzung seines Schusskorbes eine Wurfbewegung weniger machen müsste als ich bevor er den Schusskopf schissen lassen kann, was natürlich vollkommener Quatsch ist. Solche Schuss oder Schnurkörbe, erleichtern nicht das eigentliche Werfen, sondern garantieren nur das die Schussschnur einwandfrei herausschissen kann. Das heißt Sie müssen bevor Sie den kompletten Schusskopf vor der Rutenspitze haben, ob mit oder ohne die gleiche Anzahl an Wurfbewegungen machen (hängt auch von der Schusskopflänge ab)!
Ich löse das Problem Persönlich auf andere Weise, da mich Persönlich die Schusskörbe, mich in meiner Bewegungsfreiheit stören. Ich halte die Eingestrippte Schussschnur mit der Schnurhand in unterschiedlich großen Schnurschlaufen fest (ergibt kaum Verwicklungen) und gebe diese beim Werfen einfach wieder aus und das Funktioniert auch bei sehr starker Strömung einwandfrei!
Wie ist das zu verstehen, wenn ich meinen Schusskopf ausgeworfen habe und ich wieder mit dem einstrippen der Schnur beginne, gehe ich wie folgt vor:
Bei der ersten und der am größten Schnurschlaufe, zähle ich z. B. bis sieben Schnurzüge die ich alle wieder fallen lassen und erst den a. achten Schnurzug in der Handinnenfläche speichere, bei den folgenden Schnurschlaufen halte ich dann nur noch den b. sechsten, c. vierten und zum Schluss dann noch den d. zweiten Schnurzug in der Handinnenfläche mit dem Daumen fest. In der Hand liegen dann vier Schnüre in unterschiedlicher Länge. Wenn Sie sich dann noch den Punkt beim einstrippen merken an dem der e. Schusskopf plus einem halben Meter Nachschnur vor der Rutenspitze ist, Sie diesen mit den Fingerspitzen ebenfalls festhalten *, haben Sie einen weiteren Vorteil. Habe ich den Streamer komplett ausgefischt, führe ich als erste Wurfbewegung ein oder auch zwei Rollwürfe aus um den z.B. sinkenden Schusskopf an die Wasseroberfläche herauf zu Rollen, danach führe ich den ersten Rückwurf aus, wobei ich da schon ein Teil der Schnur mit ausgebe, beim anschließenden Vorwurf lasse ich dann die erste komplette Schnurschlaufe heraus (kompletter Schusskopf mit ca. einem halben Meter Schussschnur *) , mache dann noch einen Rückwurf und bin dann schon beim zweiten Vorwurf in der Schussposition. Bei diesem dann erfolgten Finalen Vorwurfstop, hebe ich dann meinen Daumen an und die vier unterschiedlich großen Schnurschlaufen können ungehindert dem Schusskopf folgen. Diese Methode hört oder liest sich kompliziert an, ist aber nicht minder Gewöhnungsbedürftig wie ein Schusskorb und ebenfalls leicht zu Erlernen.
Hier folgen nun die Bilder zu dieser Methode der Schnur Speicherung:
a. Hier sehen Sie die erste Schnurschlaufe.... b. und hier die zweite....
c. und hier die dritte .... d. und zum Schluß die vierte....
e. Hier sehen Sie noch einmal alle 4 Schnurschlaufen, pluß mit der Markierung (e.)!
f. Hier kann mann schön die Unterschiedlich Großen Schnurschlaufen sehen. Sofern Sie Ihre Schussschnur vor jedem Fischtag einmal strecken, was man auch bei der Benutzung von einem Schußkorb tun sollte, wird Ihre Schussschnur fast oder ebenfalls wie bei einem Schusskorb durch die Ringe flitzen wie ein geölter Blitz.
Nur um eines hier deutlich zu machen, ich möchte keine Stimmung gegen die Benutzung von Schusskörben machen ganz im Gegenteil, sondern jedem nur die Vor und Nachteile aufzeigen, damit jeder für sich dann selbst entscheiden kann was einem Lieber ist.
Ihr Bernd Geier